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Bild: © Aqua Viva

28. Januar 2026

Schulklassen erforschen Flohkrebse in Schweizer Bächen

Im Rahmen des Projekts amphipod.CH sammelt Aqua Viva bei Wassererlebnistagen mit Schulklassen oder anderen Anlässen an Bächen regelmässig Proben von Flohkrebsen. Deren Untersuchung bringt Erkenntnisse über die Verbreitung von heimischen und invasiven Flohkrebsarten.

Flohkrebse haben eine grosse ökologische Bedeutung und sind gute Indikatoren für die Wasserqualität. Sie spielen als Zersetzer von Laub und anderen organischem Material eine wichtige Rolle in Gewässerökosystemen. Das Projekt Amphipod.CH hilft, Wissenslücken über deren Vielfalt und Verbreitung zu schliessen.

Aqua Viva unterstützt das Projekt durch das Sammeln von Flohkrebs-Proben in Schweizer Bächen. Bei Wassererlebnistagen mit Schulklassen und anderen Anlässen, zum Beispiel bei Kursen mit Studierenden der FHNW oder bei Lehrpersonenweiterbildungen, nehmen wir regelmässig Proben von Flohkrebsen in Bächen. Diese schicken wir anschliessend ans Labor zur Untersuchung.

Im Sinne von «Citizen Science» werden Kinder und Jugendliche an den Wassererlebnistagen von Aqua Viva somit selbst zu «richtigen» Forscher:innen. Mit den gesammelten Flohkrebsproben tragen sie zum Forschungsprojekt amphipod.CH bei und erleben, dass ihr eigenes Mitmachen einen Beitrag zur Wissenschaft und zum Gewässerschutz leistet. Neben der Probenahme von Flohkrebsen entdecken die Kinder und Jugendlichen auch viele weitere Bachorganismen und lernen, warum Bäche wertvolle, aber empfindliche Ökosysteme sind.

Karte der Schweiz mit Fundorten von Bachflohkrebsen
Aqua Viva konnte an 39 Standorten bereits 46 Proben mit insgesamt 430 Individuen sammeln.

Insgesamt konnten wir bis Ende 2025 an 39 Standorten bereits 46 Proben mit insgesamt 430 Individuen sammeln. Bestimmt wurden anschliessend drei verschiedene Arten: Am häufigsten sind zwei Arten des am weitesten verbreiteten Bachflohkrebses (Gammarus fossarum A und Gammarus fossarum B) sowie der Gewöhnliche Flohkrebs (Gammarus pulex). An anderen Orten haben die Schulklassen den invasiven Grossen Höckerflohkrebs (Dikerogammarus villosus) gefunden. Ursprünglich stammt dieser aus Zuflüssen des Schwarzen Meeres. Die Art hat in vielen Regionen die heimischen Flohkrebse zurückgedrängt.

Bachflohkrebs
Der Gewöhnliche Flohkrebs (Gammarus pulex) wurde in einigen von Aqua Viva eingeschickten Proben identifiziert, unter anderem in Zuflüssen des Zürichsees. © Rotislav – stock.adobe.com

Viele der Proben von Aqua Viva fliessen in ein soeben gestartetes, europaweites Projekt, dass die genetische Vielfalt – und bisher unbeschriebene Arten – des Bachflohkrebses (Gammarus fossarum) untersucht. Ziel ist es, diese «verborgene» Diversität besser abzubilden und in aktuelle Massnahmen zum Gewässerschutz integrieren zu können. Insbesondere für die Beschreibung von Arten, die zwar morphologisch alle als Bachflohkrebs bestimmt sind, genetisch aber klar eigenständige Arten darstellen, sind die vielen Proben von Aqua Viva von grossem Nutzen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Schulklassen und Probenehmer:innen, die bisher mitgemacht haben und freuen uns auch im Jahr 2026 Teil dieses spannenden Wasserforschungsprojekts sein zu dürfen!

Kontakt

Christian Felber

Christian Felber

Projektleiter Erlebnis & Bildung

+41 52 625 26 51 

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